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Impedanz im Smith-Diagramm
Handhabung und zeichnerische Anpassung


Dieses Dokument soll dem Leser die komplexe Anpasstheorie nach Betrag und Phase näherbringen, das Verstehen dazu erleichtern, das grundlegende Impedanzverhalten von Antennen erklären und eine zeichnerische Anpassung eines jeden beliebigen komplexen Widerstandes zeichnerisch, möglichst einfach und ohne komplexe Rechnung ermöglichen.


  1. Grundlagen der Hochfrequenz

















Spannung U in Volt
Strom I In Ampere
Phasenwinkel (phi) in Grad
Periodendauer T in Sekunden

Alle für die Anpassung notwendigen Kenngrößen lassen sich daraus entwickeln:

Z [ohm]
Impedanz
Scheinwiderstand
Gesamtwiderstand aus R und X; R und X stehen senkrecht aufeinander; man schreibt auch: Z = R +-jX
(das j sagt aus: rechtwinklig zueinander)
Vorsicht Falle: |Z|       |Z| = U/I
es gibt auch |Z| (Z-Betrag),
hier gilt |Z| = wurzel aus(R2 + X2)
|Z| ist aber für eine Berechnung der Anpassung unbrauchbar,
wenn der Phasenwinkel phi fehlt, weil nicht mehr beide Komponenten sichtbar sind! Leider wird statt |Z| auch oft fehlerhaft einfach nur Z geschrieben ohne den Phasenwinkel phi oder R und X getrennt anzugeben

R [ohm]
Reeller Widerstand
Reell ist der Widerstand wenn die elektrische Energie in Wärme umgewandelt wird.   R = |Z|cos(phi)
X [ohm]
Blindwiderstand
+jX = XL
-jX = XC
kann induktiv (+j)oder kapazitiv (-j) sein,
stellt Widerstand einer Spule oder eines Kondensators dar
tritt dann auf, wenn Strom I und Spannung U einen Phasenunterschied phi haben: ist phi positiv => induktiv; ist phi negativ => kapazitiv;
L = X/(2*pi*f) C=1/(2*pi*f*X) je größer phi, desto größer auch X;
X = |Z|sin(phi)
Y [siemens] Scheinleitwert Admitanz Kehrwert von Z; Y = 1/Z oder auch Y = G +-jB
G [siemens]
Wirkleitwert
Konduktanz
(Leitfähigkeit)
Kehrwert von R; R = 1/G G sagt aus wie gut die Leitfähigkeit des Widerstandes ist Ist der Widerstand klein ist der Leitwert groß/gut und umgekehrt
B [siemens]
Blindleitwert
Suspectanz
Kehrwert von X;   B = 1/X Für Kapazitäts d Induktivitätsberechnung gilt ferner: L=1/(2*pi*f*B)   C=B/(2*pi*f)
f [Herz]
Frequenz

Für uns immer bekannt
F = 1/T
               Kursiv geschriebenes ist für die zeichnerische Anpassung nicht nötig

Für die Antennenanpassung brauchen wir den Reellen Widerstand R und den Blindwiderstand X. X wird hierbei immer mit einem „j“ versehen, um die Zahlenwerte eindeutig zu kennzeichnen und die Verwechslungsgefahr mit den Reellen Widerstandswerten zu verringern. Außerdem kann jX positiv oder negativ werden (+jX, -jX). Z oder|Z| ist für eine Anpassungsberechnung im Smith-Diagramm unbrauchbar. Gewöhnen wir uns also schnell an folgende Darstellung: Impedanz = R +-jX , oder als Beispiel in Zahlenwerten: 10ohm-j50ohm.  Die Antennenimpedanz Z besteht also aus zwei Komponenten die rechtwinklig aufeinander stehen. Für eine resonante Antenne darf der Blindanteil X allerdings nicht vorhanden, oder nur minimal sein. Also besteht die resonante Antenne eigentlich nur aus dem reellen Widerstand R. Um gute Anpassung zu erreichen muß also der positive oder negative Blindwiderstand +-jX minimiert (Resonanz) und gleichzeitig der reelle Widerstand in die Nähe von 50ohm transformiert werden. Außerdem ist es außerordentlich wichtig bei der Transformation möglichst wenig Verluste zu erzielen.


Z

              Antennenimpedanzen Z mit Reellem Anteil R und Blindanteil X

Bekannte Antennen (ohne Anpassung!) und ihre Widerstände R, X, Z und |Z|


Kurze Antenne

GP

5/8tel

6/8tel

Dipol

Quad

Faltdipol

½ Lambda

R [ohm]

10

30

50

70

75

120

240

3000

X [ohm]

etwa-2000

0

-150

0

0

0

0

0

Z [ohm]

10-j2000

30+-j0

50-j150

70+-j0

75+-j0

120+-j0

240+-j0

3000+-j0

|Z| [ohm]

2000,025

30

158,1

70

75

120

240

3000

Diese Werte sind allgemein gültige Schätzwerte

Man sieht hier sehr deutlich dass Z und |Z| (Z-Betrag) nicht das selbe ist. Jedoch tritt in diesen Fällen kaum ein Blindanteil X auf, die Antennen sind also bereits fast alle in Resonanz. Diese Form ist für unser Vorhaben nicht besonders gut geeignet.


Die offene Antenne


Untersuchung der Impedanz einer Monopolantenne abhängig von ihrer Länge Beginnend bei 0,05 Lambda Länge bis zu 0,6 Lambda. Unsere Prototyp-Antenne hat zwei lambda/4 Radials, die im Winkel von etwa 120Grad abfallen. Der Speisepunkt befindet sich etwa 1m über dem Boden. Gemessen wurde jeweils der Reelle Anteil R des Widerstandes und der Blindanteil jX. Z lässt sich daraus einfach bilden, |Z| errechnen und ist in der folgenden Tabelle einzusehen.

Um eine Vorstellung zu bekommen, sind die entsprechenden Längen für das 10m und 2m Band angegeben. 

Länge in

Lambda

0,05

0,1

0,15

0,2

0,25

0,3

0,4

0,5

0,6

R [ohm]

15

24

36

34

54

113

759

2000

249

X [ohm]

-806

-513

-256

-120

0

+165

+353

0

-564

Z [ohm]

15-j806

24-j513

36-j256

34-j120

54+-j0

113+j165

759+j353

2000+-j0

249-j549

Länge @ 28Mhz

0,5m

1m

1,5m

2m

2,5m

3m

4m

5m

6m

Länge @ 145Mhz

10cm

20cm

30cm

40cm

50cm

60cm

80cm

1m

1m20cm


Besonders wichtig ist die Schreibweise von Z, der hier mit Reellem und Blindanteil angegeben ist (+-jX).
Hier erkennt man schnell, dass sich der Blindanteil von 0,05lambda bis 0,25lambda im negativen befindet,
zwischen 0,25 lambda und 0,5 lambda positiv wird und oberhalb 0,5 lambda wieder negativ wird.
Der Reelle Anteil des Widerstandes R steigt bis zu einer Länge von 0,5 lambda kontinuierlich an, fällt dann aber wieder.

Diese Impedanzen lassen sich nun in ein rechtwinkliges und logarithmisch skaliertes Koordinatensystem einzeichnen.


Wir tragen R und +-jX getrennt voneinander auf. Dies machen wir wie in obiger Skizze: Wir tragen waagerecht den Reellen Widerstand R auf und senkrecht den Blindanteil X, nach oben induktive (+jX) nach unten kapazitive (-jX) werte auf.

Es ist zu sehen dass die Antenne unten im Längenbereich zwischen 0 und 0,25lambda Länge (durchgezogene Linie) erst bei 0 sehr kapazitiv (kapazitiver Blindanteil –jX) beginnt, diese Kapazität dann bei 0,25lambda Länge ganz verschwindet.

Hier wechselt die Antenne in den oberen induktiven Bereich (punktierte Linie) (+jX). Dies geht bis zu einer Länge von 0,5 lambda. Hier nimmt der induktive Blindanteil schlagartig bis auf 0 ab (strichlierte Linie) und steigt dann wieder immens schnell ins kapazitive (-jX) nach unten. Die Kapazität nimmt dann wieder langsam ab, bis die Antenne bei 0,75lambda Länge abermals induktiv (+jX) wird.

Dieses Koordinatensystem zeigt zwar beide Komponenten, ist aber für Antennen relativ ungeeignet. Der Verlauf ist recht chaotisch und unübersichtlich.



  1. Die Antenne im Smith-Diagram

Verlauf der Antennenimpedanz im Smith-Diagramm. Hier sind die Achsen, wie bereits oben verwendet, logarithmisch skaliert.
Dabei werden die Achsen eines rechtwinkligen Koordinatensystems wie in folgender Skizze „verbogen“.
Für den ersten Moment ist diese Darstellung sehr gewöhnungsbedürftig. Alle senkrechten Achsen werden hier in einem Punkt zusammen geführt.
Dies führt dazu dass alle großen Werte in einem einzigen Punkt zusammenlaufen. Genau in der Mitte befindet sich unser Punkt für ideales SWR, 50ohm +-j0ohm. Ganz Links befindet sich 0 ohm, rechts laufen alle Achsen im Punkt „unendlich“ zusammen. Der Bereich unterhalb der Waagerechten steht für den Kapazitiven Blindanteil. Je weiter man hier auf dem Kreis von 0 aus nach unendlich geht, desto kapazitiver ist die Antenne. Für das induktive Verhalten gilt das gleiche nur eben für den oberen Bereich. 

Das Verhalten der Monopolantenne abhängig von ihrer Länge in Lambda

Normierung

Das Smith-Diagramm muß normiert werden. Das bedeutet dass alle Widerstandsangaben im Diagramm mit 50ohm,
unserer charakteristischen Impedanz, multipliziert werden müssen. 1,0 entspricht also 50ohm.

Beispiel (0,3lambda):in Wirklichkeit im Diagram
Impedanz: 113 +j 156Ω 2,26 +j 3,12Ω



Verhalten der Antenne

Zwischen 0,05 Lambda und 0,25 Lambda:
Es ist zu erkennen, dass die Antenne mit 0,05 Lambda Länge nahe dem „unendlich“-Punkt beginnt.
Sie wandert mit zunehmender Länge immer mehr auf den Resonanzpunkt bei 0,25 Lambda zu. Der Kapazitive Anteil nimmt dabei stetig ab. Der Reelle Anteil steigt langsam bis auf etwas über 50 ohm an.
Zwischen 0,25 Lambda und 0,5 Lambda:
Die Antenne geht wieder auf den „unendlich“-Punkt zu. Dabei wird die Antenne immer induktiver. Der Reelle Anteil steigt gewaltig an und erreicht bei 0,5 Lambda sein Maximum.
Bei 0,5 Lambda schwenkt die Antenne plötzlich von einem großen Induktiven Blindanteil in den unteren kapazitiven Bereich. Allerdings muß die Antenne irgendwo die Waagerechte schneiden und somit kurzzeitig resonant werden.
Oberhalb 0,5 Lambda:
Der Kapazitive Blindanteil nimmt langsam wieder ab, und es ist zu erahnen, dass bei einer Länge von 0,75 Lambda wieder Resonanz entsteht. Es ist bereits zu erkennen, dass das Verhalten Zyklisch ist. Der Blindanteil wechselt alle 0,25Lambda das Vorzeichen. Alle 0,5 Lambda ist die Antenne einigermaßen niederohmig. Außerdem kommt die Antenne alle 0,5 Lambda dem „unendlich“-Punkt sehr nahe. Dieses Verhalten ist für jede andere offene Antenne ähnlich (Dipol, Langdraht, Kurze Antenne, 5/8tel, GP, Yagi, Helical, HB9CV, etc.) Betrachtet man die Impedanz beginnend bei einer Antennenlänge von 0, ist die Impedanz nahe dem „unendlich“-Punkt und dreht sich bei Längenzunahme im Uhrzeigersinn. Die Spirale wird natürlich auch durch die Antennendicke, Geometrie und parasitäre Elemente in ihrem Verhalten beeinflusst. Wichtig für eine Offene Antenne ist, dass immer ein ausreichend großer Gegenpol vorhanden ist um, speziell bei Monopolantennen, keine Ströme auf dem Kabelmantel hervorzurufen. 

SWR-Kreis

Jeder Punkt mit gleicher Entfernung vom Mittelpunkt (50ohm  +-j0ohm) hat gleiches SWR. Das bedeutet dass mit größer werdender Entfernung vom Mittelpunkt das SWR ansteigt. Die meisten Smith-Charts haben eine Skala aufgedruckt, womit das SWR mit einem Zirkel oder Lineal direkt ablesbar ist.

Ringkern-Transformatoren

Übertrager oder Baluns sind nur dann sinnvoll eingesetzt, wenn die Impedanz die Transformiert werden soll rein reell ist, also ohne Blindanteil. Ist das nicht der Fall, steigen die Verluste und die Transformationseigenschaften sind nicht mehr überschaubar. Es sollte daher nur auf der Waagerechten Achse mit Ringkern-Übertragern gearbeitet werden. Weiterhin sind Impedanzen oberhalb 600ohm nur schwer zu handhaben, unter anderem weil die Spannungen hier sehr hoch sind und leicht Überschläge produzieren.


Die geschlossene Antenne

Nachfolgende Untersuchung gilt in Näherung auch für jede andere geschlossene Antenne (Magnetische Antenne, Delta-Loop, Quad, Faltmonopol, Faltdipol, etc.).
Untersucht wird eine Quad, beginnend mit einem Umfang von 0,2 Lambda bis 1,1 Lambda Umfang.
Quad

Umfang: veränderlich 

Umfang

0,2

0,25

0,3

0,4

0,5

0,6

0,7

0,75

0,8

0,9

1

1,1

R[ohm]

0,5

1,9

8,5

172

625

122

89

87

88

103

136

205

X[ohm]

+530

+714

+1319

+3730

-4797

-1401

-756

-750

-409

-161

+70

+338

Eine geschlossene Antenne verhält sich wieder ganz anders als eine offene Antenne. Hier tritt nur alle 0,5 Lambda eine Änderung des Vorzeichens vom Blindanteils jX auf.
Antennen, für die dieses Impedanzverhalten in Näherung gilt:


        Faltmonopol               Delta-Loop


Verhalten der Schleifenantenne im Smith-Diagramm in Abhängigkeit von ihrem Umfang


Die geschlossene Antenne verhält sich etwas anders als eine offene Antenne.
Sie beginnt, wenn man sie zuerst als Kurzschluß am Leitungsende betrachtet bei 0 ohm ganz links.
Dann wandert die Impedanz bei einer Längenzunahme erst auf dem äußersten Radius im oberen Ende des Induktiven Bereiches bis ganz nach rechts.
Erst hier trennt sich die Impedanz langsam vom äußeren Rand des Diagramms und nimmt umgänglichere Werte an.


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